Byron Katie ´s The Work:

Ich bin ein Liebhaber von dem was ist, nicht weil ich eine spirituelle Person bin, sondern weil es schmerzt, wenn ich mit der Realität streite.

Byron Katie

Was ist The Work?

The Work ist ein einfacher, kraftvoller Prozess der Selbstreflexion.

Man lernt, Gedanken zu identifizieren und zu hinterfragen, die Stress verursachen und sich von ihnen zu distanzieren.

Menschen, die The Work dauerhaft anwenden, berichten von einschneidenden Veränderungen in ihrem Leben.

Aufgelöste Depressionen: Lösungen oder sogar Glück in                    Situationen, finden, die einst lähmend und hinderlich erschienen.

Stressreduktion: In weniger Angst und Furcht leben.

Verbesserte Beziehungen: Mehr Verbindung und Intimität mit Ehepartnern, Eltern, Kindern und dir selbst erleben.

Weniger Wut: Besser verstehen, was dich ärgerlich und gereizt macht. Seltener Ärger und Frust erleben.

Klarheit: Intelligenter und effektiver leben und arbeiten.

Mehr Energie: Verbesserte Vitalität und mehr Wohlbefinden.

Zunahme von innerem Frieden: Die Realität lieben lernen und dauerhaften Frieden finden.

Quelle: thework.com

 

Byron Katie über Gefühle und The Work in einem Auszug aus „Ich liebe was ist“:

Gefühle sind wie die Freunde aufkommender Gedanken. Die beiden sind wie links und rechts. Mit jedem Gedanken entsteht gleichzeitig ein Gefühl. Ein unangenehmes Gefühl ist wie ein Wecker, der sagt: „Du bist in einem Traum gefangen.“

Dann ist es Zeit für eine Untersuchung. Mehr nicht. Wenn wir jedoch nicht auf den Wecker hören, versuchen wir unsere Gefühle in der äußeren Welt zu verändern und zu manipulieren. Für gewöhnlich werden uns erst die Gefühle bewusst. Aus diesem Grund spreche ich von einem Wecker, der uns sagt, dass wir an einem Gedanken festhalten, den wir vielleicht untersuchen möchten. Wenn er in irgendeiner Weise Unbehagen hervorruft, können wir ihn mit The Work untersuchen.

Ich lade die Menschen dazu ein, die auftauchenden, stressigen Gedanken zu hinterfragen. Das ist The Work, und sie gibt dir genau vor, wie du dies tun kannst.

Ich möchte gern ein Beispiel dafür geben: Vor vielen Jahren, bei einer öffentlichen Veranstaltung in New York, stand ein vornehm aussehender älterer Geschäftsmann auf und sagte, er wolle The Work über seinen Geschäftspartner machen. „Ich bin wütend auf meinen Geschäftspartner“, fing er an, „weil er mich vor meinen Angestellten als Quertreiber bezeichnet hat. Er hat kein Recht dazu. Er hat meinen Ruf ruiniert. Mein Partner sollte sich entschuldigen.“ Er war sich sicher.

Er war jedoch ein intelligenter Mann und wollte sich wirklich von seinem emotionalen Schmerz befreien. Als ich ihm also die zweite Frage von The Work stellte: „Kannst du dir absolut sicher sein, dass das wahr ist, dass dein Partner sich entschuldigen sollte?“, ging er in sich und sah sich seine Behauptung noch einmal richtig an. Nach einem Moment der Stille sagte er: „Nein.“

„Woher kam dein Nein?“ fragte ich. „Nun ich kann nicht wirklich wissen, wie er dazu kommt. Ich kann nicht wissen was in ihm vorgeht. Er denkt vielleicht, er hätte recht. Daher kann ich nicht mit absolut sicher wissen, dass er sich entschuldigen sollte.“ Diese Antwort schien etwas in ihm zu lockern. Eine Aussage, die er für wahr gehalten hatte, kam ihm jetzt nicht mehr zwingend wahr vor.

Dann stellte ich ihm die dritte Frage: „Wie reagierst du, was passiert, wenn du den Gedanken glaubst, dein Geschäftspartner sollte sich bei dir entschuldigen?“

„Ich werde wütend“, sagte er. „Wenn er eine gute Idee hat, mache ich sie nieder. Ich kritisiere ihn hinter seinem Rücken. Wenn ich ihn sehe, meide ich ihn. Wenn ich nach Hause gehe, nehme ich den Groll mit und beschwere mich bei meiner Frau.“ Auf diese Weise erkannte er nach und nach die Ursache und die Auswirkungen, also den Stress, der durch den Glauben an den Gedanken entstand, der vielleicht überhaupt nichts mit der Wirklichkeit zu tun hatte.

Ich frage ihn: „Wie würdest du jemanden nennen, der die guten Ideen seines Geschäftspartners niedermacht und ihn hinter seinem Rücken kritisiert?“

Erstaunt gab er zur Antwort. „Oh mein Gott. Ich bin ein Quertreiber. Er hat recht!“

Anschließend stellte ich ihm die vierte Frage: „Wer wärst du ohne diesen Gedanken? Wer wärst du bei der Arbeit mit ihm, wenn du nicht glauben würdest, dass er sich entschuldigen sollte?“

Ganz sanft antwortete er: „Ich wäre sein Freund. Ich würde wieder mit ihm zusammenarbeiten und unsere Firma könnte davon profitieren. Ich würde ein besseres Vorbild für andere sein und wäre zu Hause fröhlicher.“

Nach diesen Fragen bat ich ihn, den Gedanken umzukehren, um die Gegensätze zu diesen Gedanken zu erleben und zu sehen, ob sie wenigstens genauso wahr sein könnten wie seine ursprüngliche Aussage.

„Ich sollte mich bei ihm entschuldigen“, sagte der Mann. „Ja das kann ich sehen. Er mag mich zwar öffentlich beleidigt haben (obwohl ich mir dessen gar nicht mehr so sicher bin), aber ich kann sehen, dass ich im Stillen sehr gemein zu ihm war.“

Eine weiter Umkehrung lautet: „Ich sollte mich bei mir entschuldigen“. „Ich sollte mich bei mir entschuldigen“, sagte der Mann, „denn dadurch, dass ich meinen Gedanken geglaubt habe und so wütend wurde, habe ich mich um Geld und Freude gebracht. Deswegen schulde ich mir selbst eine Entschuldigung.“

Eine dritte Umkehrung war: Mein Geschäftspartner sollte sich nicht bei mir entschuldigen.  Auch wenn mein Partner sich unangemessen verhalten hat oder mit dem, was er gesagt hat, danebenlag, scheint es arrogant zu glauben, er sollte sich entschuldigen. Vielleicht hatte er nicht die Absicht mich zu beleidigen. Vielleicht war er einfach nur ehrlich. Vielleicht hat er versucht, ein guter Freund zu sein, indem er ein Problem aufzeigt, dass der Firma schadet.“

All das fand während eines Dialogs statt, der ungefähr vierzig Minuten dauerte. Am Ende wirkte der Mann enorm erleichtert. Seine große Wut und sein Ärger war verschwunden, und stattdessen hatte er eine Haltung zu seinem Partner eingenommen, die von mehr Verständnis, Demut und Skepsis gegenüber seinem eigenen Rechthaben geprägt war.

Wenn wir unsere Wahrnehmung verändern, verändert wir die Welt, die wir wahrnehmen.